Bickmack Biographie

Schon seine früheste Kindheit prägte ihn. Sein Vater verließ die Mutter kurz nach der Geburt und erkannte die Vaterschaft nicht an. Die Mutter, die nun allein mit drei Kindern war, flüchtete sich aufgrund ihrer Überforderung und verschiedener gescheiterter Männergeschichten in die Alkohol- und Tablettensucht. Mario nahm sie nie als ihren Sohn an, sie nannte ihn immer nur „son of a bitch“ – dementsprechend verhielt sie sich ihm gegenüber. Durch ihre Sucht und ihre allgemeine Unzufriedenheit in ihrem Leben ließ sie ihre Wut an Mario aus, da die Schwestern nach Erlangung der Volljährigkeit beide auszogen. Sein eigenes Identitätsproblem als Mischling in einer weißen Familie wurde durch dieselbe nur noch mehr geschürt: Seine Großmutter zahlte seiner Mutter damals 300 DM, um Mario vor dem Großvater zu verleugnen, da dieser eher „rechts“ eingestellt war.

Wenn man ihn heute fragt, wie er seine Kindheit erlebt hat, antwortet er mit einem Lächeln und sagt, er könne sich nicht mehr daran erinnern.

Er erinnert sich aber sehr wohl daran, wie das Jugendamt ihn im Alter von zwölf Jahren von seiner Mutter abholte und ihn an das Jugendheim Crailsheim übergab. Kurz darauf starb seine 43 jährige Mutter an einer Überdosis Tabletten. Ab jetzt wusste er definitiv, dass er allein auf der Welt war und sich allein auch durchkämpfen musste. Nach einem Jahr gab das Jugendheim Mario auf und übergab ihn an eine geschlossene Schwesternanstalt für schwer erziehbare Kinder. Nach etlichen Eskalationen war er für die Schwesternschaft nicht mehr tragbar. Er wurde nun an eine offene Jugendanstalt für Schwererziehbare weitergereicht, für die er jedoch schon zu reif war und es wurde beschlossen ihn in ein betreutes Wohnen für Jugendliche in Schwäbisch-Hall zu vermitteln.

Die Härte seines Lebens überforderte ihn und er betäubte seine Ängste in Drogen wie Cannabis, Ecstasy, Speed, etc.. In dieser schwierigen Phase seines Lebens wurde er, nicht allein durch die Drogen, kriminell: Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung, Diebstahl, Einbruch, Urkundenfälschung. Immer wieder bekam er für seine Straftaten eine Bewährung, die sich letztendlich auf zehn Jahre summierte. Nichtsdestotrotz schaffte er seinen Hauptschulabschluss und begann eine Bäckerlehre, die er jedoch kurz vor Ende abbrach, da er die praktische Prüfung nicht bestand. Er beschloss zur Bundeswehr zu gehen, doch nach einem Jahr wurde er unehrenhaft wegen Drogenbesitzes entlassen.

In dieser schwierigen Zeit lernte er seine heutige Frau kennen – der Lichtblick seines Lebens. Durch sie erfuhr er erstmals Liebe, Geborgenheit und Vertrauen, die Gefühle, die er durch seine Mutter nie hatte erfahren dürfen. Doch das Glück wurde durch einen schweren bewaffneten Raubüberfall, den Mario mit seinen Freunden beging, erschwert. Er wurde für diesen letzten großen Coup und die vorangegangen Straftaten zu insgesamt drei Jahren und zwei Monaten verurteilt – er trat die Strafe nicht an; stattdessen befand er sich drei Jahre auf der Flucht.

Sein Weg brachte ihn nach Bonn. Eine Zeitlang lief alles glatt und Mario traute sich bei einer Hip-Hop Veranstaltung mitzuwirken. Hier sollte sein Leben schlagartig verändert werden: in einer Personenkontrolle ging er der Polizei ins Netz – er wurde festgenommen und erst nach einem Jahr und acht Monaten wegen guter Führung entlassen. Ein halbes Jahr nach seiner Entlassung spielte ihm das Leben den wahrscheinlich schönsten Streich: seine Frau verkündete ihm ihre Schwangerschaft. Heute ist er stolzer Vater eines Sohnes, dem er alles erdenklich schöne auf dieser Welt bescheren und vor allem bewahren will, was er selbst erlebt hat. Nicht nur für seinen Sohn wünscht er sich dies.

Aus diesem Grunde erschuf er das Konzept des „Schoolbattle“-Projektes, in dem er sozial benachteiligte und schwache Kinder integrieren will, um sie vor dem zu bewahren, was ihm selbst wiederfahren ist. Er spricht ihre Sprache, nicht zuletzt weil der Hip-Hop immer ein Teil seines Lebens war und Mario alle der Musikrichtung nachgesagten Klischees erfüllt.

Erst als er im Gefängnis war, schrieb er seine Gedanken, seine Gefühle und sein Erlebtes in Reimen nieder und erkannte die reinigende Kraft der Musik. Musikalisch geprägt haben ihn besonders 2Pac, Tracey Chapman und India Area. Sein erstes Album „Ein Blick in meine Seele“ wird demnächst unter seinem Künstlernamen „Bickmack“ bei seinem eigenen Musiklabel erscheinen – wer Mario schon einmal gesehen hat, wird schnell merken, warum er sich selbst diesen Namen gab; und nach dieser Biografie auch verstehen, warum sein Album diesen Namen trägt.

Mittlerweile engagiert sich Bickmack im Bereich Jugendarbeit. Dieses Engagement beschränkt sich dabei nicht nur auf den “Schoolbattle”, sondern besteht auch aus Jugendarbeit in Jugendhäusern und aus Workshops an unterschiedlichen Schulen und Schulformen.

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